154 Journalisten in der Türkei inhaftiert

154 Journalisten sind derzeit in der Türkei inhaftiert. Seit dem 17. Februar 2017 auch der Korrespondent der „Welt“ Deniz Yücel. Dem deutsch-türkische Journalisten wird von der türkischen Regierung „Mitglied einer Terrorbande“ sowie „Datenmissbrauch“ vorgeworfen. In zwei Artikel berichtete er über Ölgeschäfte der Türkei mit Kurden im Iran sowie über Waffenlieferungen an den „Islamischen Staat“. Die Informationen dazu stammten aus E-Mails von Berat Albayrak, dem Schwiegersohn und Energieminister Erdogans.

Sein Fall zeigt exemplarisch, in welch schwieriger Lage sich Journalisten in der Türkei derzeit befinden und wie die türkische Regierung mit der Presse- und Meinungsfreiheit die im Artikel 26 der türkischen Verfassung von 1982 garantiert ist, umgeht.

Taten gefordert

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das PEN-Zentrum Deutschland und Reporter ohne Grenzen haben gegenüber der Bundesregierung mit Nachdruck ein entschiedenes Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit in der Türkei gefordert. Sie solle sich konsequent für die sofortige Freilassung festgesetzter und inhaftierter Autorinnen und Autoren, Journalistinnen und Journalisten wie den deutsch-türkischen „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel einsetzen. Vertreter der drei Organisationen übergaben am Freitag den, 24.02.2017 im Bundeskanzleramt die Petition #FreeWordsTurkey mit 111.047Unterschriften an Regierungssprecher Steffen Seibert und Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater der Bundeskanzlerin.

Die drei Organisationen fordern in der Petition die Bundesregierung und die EU-Kommission dazu auf, die Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit in der Türkei konsequent zu verteidigen.

„Die Bundesregierung darf sich mit ihrer öffentlichen Kritik nicht weiter zurückhalten“, sagte ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske. „Hinter den Kulissen setzt sie sich zwar für einzelne Journalisten wie Deniz Yücel ein. Doch in der Türkei sind weit über 100 Journalistinnen und Journalisten inhaftiert. Bundeskanzlerin Merkel sollte öffentlich Namen nennen und die Freilassung fordern.“

Auch Trump sägt an der Pressefreiheit

Auch in den USA kommt es seit der Amtseinführung von Präsident Donald Trump zu Einschränkungen und Schelte  gegen die Pressefreiheit. Wann immer ein kritischer Bericht über Donald Trump auftaucht, beschimpft er die Medien als „Fake News Presse“ und sägt somit genau wie die Türkei an den Grundpfeiler Pressefreiheit.

Auf der jährlichen Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen stehen die USA auf Platz 41 von 180 Staaten. Mehr zur Lage der Pressefreiheit in den USA gibt es unter www.reporter-ohne-grenzen.de/usa.

 

 

 

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